Storytelling mit Data-Visualizations im Content-Marketing

Klassische Medienhäuser investieren zunehmend in Datenjournalismus. Die New York Times hat Upshot, The Guardian den datablog und die Los Angeles Times den Data Desk. In Deutschland gibt es z.B. Datenjournalismus bei der Zeit, Interaktiv bei der Berliner Morgenpost und Datenlese bei Spiegel Online.

Unternehmen machen zunehmend irgendwas mit Content und Marketing und irgendwas mit Big und Data und Analytics, beschäftigen sich aber zu wenig mit der Visualisierung von Daten für Journalisten und Kunden.

Das Veröffentlichen von Inhalten mit Mehrwert für Kunden ist super. Aber ohne konkrete Daten bist du nur einer von vielen. Zahlen sind harte Währung. Jede Aussage, die du quantifizieren kannst, hat besonders Gewicht. Mit validen Daten kannst du dich effektiver als Experte positionieren.

Dabei geht es nicht nur darum, plump irgendwelche Rohdaten zur Verfügung zu stellen. Du musst sie hübsch präsentieren. Sie müssen eine Geschichte erzählen oder stützen. Mit dem Visualisieren von datengetriebenen Informationen kannst du dein Content-Marketing durch die Decke gehen lassen.

Das erwartet dich

Story und Ziel deiner Visualisierung

Es gibt nichtssagende, langweilige und triviale Daten. Und es gibt Daten, die nur darauf warten, zum Leben erweckt zu werden. Daten können eine Geschichte erzählen. Mit einer Visualisierungen können komplexe Themen leicht verständlich aufbereitet werden.

Optimalerweise beginnst du mit der Story. Welche Geschichte möchtest du erzählen oder stützen? Welche Fragen beantworten? Welche Kernbotschaft soll deine Visualisierung vermitteln? Im zweiten Schritt suchst du dir die Daten, die dir dabei helfen.

Alternativ kannst du auch zuerst schauen, welche Daten dir zur Verfügung stehen und dann, was du daraus machen kannst. Suche die Perlen, mit denen du etwas Aussagen kannst.

Datenquellen für deine Inhalte

Bestehende Daten in deinem Unternehmen

Dein Unternehmen ist Experte im Bereich der eigenen Daten. Niemand kennt deine Daten besser als du selbst. Trage die unterschiedlichen Bereiche im Unternehmen, in denen Daten bewusst erhoben werden, oder als Nebenprodukt anfallen, zusammen.

Bei unserem Geschäft fallen keine Daten an?“ Jedes Unternehmen verfügt über Daten. Nicht jedes hat im richtigen Moment so geile Daten wie Jawbone. Oder über öffentlich so heiß diskutierte Themen wie PornHub. Irgendwo schlummert aber vielleicht ein kleiner, spannender Daten-Schatz. Suche danach. Vernetze dich mit anderen Abteilungen im Unternehmen. Das solltest du eh tun.

Unsere Daten sind doch völlig langweilig für andere?“ Wirklich? Es ergibt natürlich keinen Sinn, langweilige Informationen zu veröffentlichen. Aber gibt es tatsächlich nichts spannendes? Oft kommt es auch nur darauf an, wie man die Daten verpackt.

Aber dann sieht das ja auch unsere Konkurrenz?“ Ja und? Du sollst doch nicht deine Einkaufs- und Verkaufspreise veröffentlichen. Suche weiter. Es gibt unzählige Informationen, die für deine Konkurrenten völlig trivial sind, die aber für Kunden und Journalisten neu und verblüffend sein können. Und habe etwas Mut. Es tut nicht weh. Wirklich nicht.

Deine Kunden werden deine Offenheit lieben. Sie werden es toll finden, wenn du Erkenntnisse, die du mit Hilfe der gesammelten Daten ziehen kannst, teilst. Vielleicht lernen sie etwas über dein Unternehmen? Oder etwas über sich selbst? Es gibt natürlich Ausnahmen. Denke vorher darüber nach. Das hilft fast immer.

Erhebe die für dich relevanten Daten

Gibt es Daten, die du noch nicht hast, aber an die du besonders gut rankommst? Kannst du dein Tracking erweitern? Führe eine Umfrage unter Kunden oder Zulieferern durch. Oder auf deiner Webseite? Oder auf der Straße? Eventuell gibt es schon Studien für andere Unternehmensbereiche? Vielleicht hast du sogar die Mittel, ein Marktforschungsunternehmen zu beauftragen? Kannst du Daten von Zulieferern und Kunden einzigartig verbinden?

Externe Daten aus verschiedensten Quellen

Häufig ist das Verwenden von externen Daten am einfachsten. Bedenke, dass dein Inhalt durch das einfache Übernehmen von vorhandenen Daten noch keinerlei Mehrwert stiftet. Du musst verschiedene externe Daten zu einem einzigartigen, spannenden und neuen Gefüge zusammenstellen. Data-Visualization ist Content-Curation. Es besteht die Chance, extrem viel Aufmerksamkeit zu erhalten. Es gibt unzählige Quellen für Daten. Statista und Google sind gute Anlaufspunkte. Vielleicht wirst du auch bei GovDataeurostat, beim Statistisches Bundesamt, der Bundesbank, der Gesundheitsberichterstattung des Bundes oder OECD DataUNdataWHO DataWTO Statistics fündig.

Daten spannend visualisieren

Nutze die richtigen Formate

Denke nicht nur in Torten und Balken. Es gibt so viele andere spannendere Formate. Sei kreativ bei den Möglichkeiten der Veranschaulichung. Es gibt unzählige Wege, Daten geil zu visualisieren. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Spiele mit der Zeit

Viele Datensets beziehen sich auf einen Zeitraum oder zeigen eine Entwicklung im Zeitverlauf.

Zeige Daten auf Karten

Viele Daten haben einen Bezug zu bestimmten Orten oder Regionen. Karten sind toll. Denke sowohl groß, als als klein.

Gestalte Daten interaktiv

Interaktive Visualisierungen bieten die Möglichkeit, Informationen auf den ersten Blick erkennbar darzustellen und erlauben es dem Betrachter, zusätzlich, tiefer einzusteigen.

Es gibt z.B. viele virale Blogposts zum Thema Gewohnheiten von erfolgreichen Menschen. Eine entsprechende leicht interaktive Infografik bekommt auch Links, da der wahrgenommene Produktionswert immens steigt. Interaktive Visualisierungen erhalten regelmäßig mehr Besucher, Engagement und Links.

Optimalerweise sind deine Datenvisualisierungen selbsterklärend. Man schaut drauf und erkennt eine Botschaft. Nicht alles muss interaktiv sein. Wenn der Betrachter erst lange nach einer interessanten Information suchen muss, wird er keine Resonanz zeigen.  Häufig bietet es sich an, die Kernaussagen zu extrahieren und ebenfalls in anderer Form darzulegen. Ergänze interaktive Visualisierungen auch mit Text, Bild, Video oder Audio.

Zeige Daten im richtigen Kontext

Viele Zahlen wirken nur, wenn ein entsprechender Anker gesetzt wird. Menschen denken nicht absolut. Wenn wir eine Zahl sehen, brauchen wir eine Vergleichsgröße. Gebe deinen Betrachtern die Möglichkeit, Größen einordnen zu können. Biete Zahlen zum Vergleich an, die deine gewünschte Aussage im Zusammenhang unterstützen.

Jeder kennt einfache Vergleiche. Ist eine Fläche so groß wie 50 Fußballfelder? Ist etwas so schwer wie zehn Elefanten? Wäre etwas übereinander gestapelt fünf mal so hoch wie der Berliner Fernsehturm?

Zeige wie klein oder groß etwas im Vergleich zum Universum ist. Wie kurz unser Leben ist. Solche Dinge passen nicht immer, sind aber atemberaubend, wenn es der Fall ist. Zeige wie viele Daten die NSA sammelt. Wie viel Musik auf ein iPod passt. Du könntest auch eine einzige Zahl mit vielen anderen ins Verhältnis setzen.

Tolle Tools zur Auswahl

Es gibt extrem viele Tools. Das hier sind ein paar. Es gibt aber auch noch viele weitere.

  • D3.js ist das schweizer Taschenmesser für interaktive Visualisierungen von Daten. Häufig die erste Anlaufstelle, wenn du mit einfachem HTML5 und CSS3 nicht weiterkommst.
  • Mit three.js könntest du tolle Dinge in 3D machen.
  • Viele kleine Skripte wie Timeline.js oder Juxtapose.js oder StoryMap.js, die speziell für einen Effekt perfekt sind.
  • Paper.js, als Alternative zu D3.js, könnte einen Blick Wert sein.
  • Nimm Google Charts, oder irgendein WYSIWYG-Tool, wenn du dir sonst nicht zu helfen weißt.
  • Tools wie Highcharts oder Mapbox könnten auch helfen.
  • Mache nicht alles mit Parallax-Overkill oder Slidern kaputt. Manchmal passt es aber gut.

Fazit

Aber das macht doch extrem viel Aufwand? Ja. Natürlich. Mach trotzdem mal keine schön designte Standard-Infografik, die inhaltlich nur ein langweiliger Blogpost von der Stange ist. Mache zur Abwechslung mal was richtig geiles. Beachte dabei auch das Geheimnis der Viralität. Und traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast 😉

Keiner der Links in diesem Artikel ist für Google. Sie sind nur für dich. Zum Klicken. Probiere sie doch mal aus und lasse dich dort inspirieren. Dieser Artikel enthält ja keine einzige Grafik 😥 . Hat er dir trotzdem gefallen?

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